Die Kinderlandverschickung im Dritten Reich
Das KLV-Lager Sa. 165 in der Volksschule Einsiedel

Propagandaplakat Kinderlandverschickung

Hintergrundwissen Kinderlandverschickung:
Die Kinderlandverschickung (KLV) wurde mit der Machtübernahme der NSDAP im Jahre 1933 erstmals durchgeführt. Unter der Leitung der „Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt“ (NSV) diente die KLV ursprünglich dazu, bedürftigen Kindern eine Erholungsreise zu ermöglichen. Ganz andere Dimensionen erreichte die KLV ab September 1940. Die mit Dauer des Krieges anwachsenden Versorgungsprobleme und der in seiner Intensität ständig zunehmende Bombenterror auf deutsche Städte zwangen die Reichsregierung zum Handeln. Bis Kriegsende wurden 2,5 Millionen Kinder im Alter zwischen drei und 14 Jahren sowie Mütter mit Säuglingen aus den bedrohten Städten in (vermutlich von Luftangriffen) ungefährdete Gebiete evakuiert. Es wurden bei diesen Evakuierungen keinerlei Unterschiede ob des soziales Status getan, wie es z.B. in England gehandhabt wurde (Adel und Plutokratie zuerst). Vor Ort wurden die Kinder weiterhin unterrichtet, manchmal von den ebenfalls evakuierten eigenen Pädagogen, manchmal von fremden Lehrern.
Ab 1943 wurden zunehmend ganze Schulklassen verschickt. Der Tagesablauf war in den KLV-Lagern gleich; vormittags Unterricht, nachmittags Ausbildung durch einen so genannten Lagermannschaftsführer. Dieser war HJ-Führer und dementsprechend wurde „die Freizeit gestaltet“. Bedarfsweise halfen die älteren Schüler der KLV in der örtlichen Landwirtschaft, jüngere wurden meist bei Pflegeeltern untergebracht.
Die KLV rettete unzähligen Kindern das Leben vor den verheerenden Bombenangriffen der Alliierten.
Links ein deutsches Propagandaplakat.

 
Aus alten Schriften...  Nachfolgend nun die amtliche Verordnung für die Kinderlandverschickung in Deutschland 1940

Kinderlandverschickung (KLV)

Der Führer hat angeordnet, daß die Jugend aus Gebieten, die immer wieder nächtliche Luftalarme haben, auf der Grundlage der Freiwilligkeit in die übrigen Gebiete des Reiches geschickt wird. Hierbei sollen vor allen Dingen die Kinder aus Laubenkolonien und solchen Stadtteilen, die keine ausreichenden Luftschutzkeller besitzen, berücksichtigt werden. Die Unterbringung erfolgt, soweit wie möglich, schul- bzw. klassenweise. Die Lehrkräfte der Heimatschulen werden zu einem erheblichen Teil bei der Unterbringungsaktion mit eingesetzt und sorgen für eine Aufnahme des Schulunterrichts in ausreichendem Maße in dem Unterbringungsort.

Die Unterbringung erfolgt in Jugendherbergen, Gaststätten und anderen geeigneten Räumen. Sind derartige Räumlichkeiten zur Zeit als Hilfslazarett oder andere Zwecke belegt, so können sie, wenn nicht ganz besondere Gründe im Einzelfall vorliegen, ebenfalls für diese Aktion in Anspruch genommen werden.

Mit der Durchführung dieser Maßnahme hat der Führer Reichsleiter Baldur von Schirach beauftragt, zu dessen Unterstützung insbesondere die NSV, die Hitler-Jugend und der NS-Lehrerbund tätig sein werden.

Die NSV übernimmt die Verschickung der vorschulpflichtigen Kinder und der Kinder der ersten vier Schulklassen. Die Hitler-Jugend übernimmt die Unterbringung der Kinder vom fünften Schuljahr an. Die Unterbringungsaktion beginnt am Donnerstag, dem 3. Oktober 1940. Für die Aufnahme der Großstadtjugend kommen folgende Gaue in Frage:

Bayrische Ostmark, Mark Brandenburg, Oberdonau, Sachsen, Schlesien, Sudetenland, Thüringen, Wartheland, Ostland.

Weitere Weisungen für die Landverschickung der Großstadtjugend werden vom Reichsleiter Baldur von Schirach herausgegeben. Bei der Durchführung dieser Maßnahme ist engste Zusammenarbeit der beteiligten Organisationen erforderlich. Für ein reibungsloses Zusammenarbeiten sind die Gauleiter verantwortlich. Die Gauleiter haben ferner eine einheitliche Werbung und Propaganda bei den Eltern zwecks freiwilliger Meldung der Kinder für die Landverschickung durchzuführen. Der Entwurf eines Schreibens der örtlichen Hoheitsträger der Partei an die Erziehungsberechtigten wird in Kürze den Gauleitern, aus deren Gebiet die Landesverschickung von luftgefährdeter Großstadtjugend erfolgt, zur Verteilung in den Schulen übersandt. Eine öffentliche Propaganda, insbesondere durch die Presse, hat nicht zu erfolgen. Beim Eintreffen der Jugendtransporte kann in der örtlichen Presse des Empfangsortes hierüber kurz berichtet werden. Nach einer Anordnung des Führers ist jedoch hierbei nicht von einer Evakuierung, sondern lediglich von einer Landverschickung der Großstadtjugend zu sprechen.

Rückfragen sind an Reichsleiter von Schirach zu richten.


Quelle: Rundschreiben des Reichsleiters Martin Bormann an die obersten Reichsbehörden und Parteidienststellen vom 27. September 1940; Wiedergabe nach Dabel, G.; KLV-Lager 1940 bis 1945; Freiburg 1981, S. 7.
 

 

 

Kommen wir aber nun zum KLV-Lager Einsiedel.

 

 

Jürgen Bongardt 1944


Es berichtet uns ein Zeitzeuge, Herr Jürgen Bongardt aus Bad Salzuflen.
Die beiden Passbilder zeigen Jürgen Bongardt 1944 und 2007.

 

 

Meine kurze Zeit im KLV-Lager Einsiedel

Jürgen Bongardt 2007

Ein Zeitzeugenbericht von Jürgen Bongardt Mein Leben begann in der Industriestadt Essen wenige 100
 Meter neben dem Vorortbahnhof Essen-Steele. Schon früh
 setzten dort Anfang des Krieges die Bombenangriffe ein und ich
 wurde von meinen Eltern zu lieben Pflegeeltern nach Chemnitz geschickt. Unglücklicherweise wohnten diese in der Innenstadt, in der Horst-Wessel-Straße 16, der Bombenkrieg weitete sich ja auch nach dort aus. Grob gesteuert wurde mein Schicksal immer noch von meinem Vater. Zunächst kam ich auf die "Waisenschule", eine Volksschule. Dann, mit 10 ½ Jahren, musste ich auf eine "Pflegstätte echten Hitlergeistes", eine Adolf-Hitler-Schule. Diese Oberschule für Jungen war an der Reitbahnstraße. Der Schulbetrieb wurde alsbald wegen der Bombenangriffe auf sächsische Orte klassenweise ausgelagert. Ich kam mit meiner Schulklasse und dem Studienrat Barth nach Einsiedel in Sachsen.

Foto: Das KLV-Lager im alten Einsiedler Schulgebäude (Haupteingang)

KLV-Lager Sa. 165 Volksschule Einsiedel

Heute ist das ein Ortsteil von Chemnitz. Unsere Schulklasse, das waren etwa 25 Jungen,  bezog ein ganzes altes Schulgebäude am Harthauer Weg. Vom Tal aus gesehen befand sich ganz rechts die evangelische Kirche, links daneben "unser Schulgebäude", nochmals links daneben die jetzt etwa 100 Jahre alte Schule, in die damals die Einsiedler Volksschüler gingen. Und ganz weit links war am Ende eines großen Schulhofes die Turnhalle. Zwischen dem von uns KLV-Kindern benutzen Schulgebäude und der Kirche war ein schmaler Pfad, der bergab vom Harthauer Weg auf unseren kleinen Schulhof führte. Diesen Pfad befuhr ich einst bergab mit einem geliehenen Fahrrad. Ich endete im Metallzaun. Das Vorderrad war kaputt. Meine Pflegemutter besorgte in der schwierigen Zeit die Reparatur. Mein Schulkamerad, Eigentümer des Rades, war zu mir gnädig und freundlich wie eh und je. Ich bekenne gern, dass es unter uns Schülern keine Streitereien gab.
 

Foto: Februar 1944. Rückseitig lesen wir dort folgenden Text:
Einsiedel Alte Schule, Lager der Adolf-Hitler-Schule

Es gab aber auch keine "Streicheleinheiten" seitens der Einsiedler Nachbarn. Wir Schüler blieben Fremde in einer abgeschirmten Welt. Selbst der Besuch der Kirche ist mir nicht erinnerlich. Schulraum, Aufenthaltsraum, Schlafraum waren in der 1. Etage. Im Schlafraum standen Doppelstockbetten mit Strohsäcken und karierten blauen Bettbezügen. Im Oberbettbezug war eine Wolldecke.

Unsere Sammeltoilette war auf halber Treppe. Da ich mich nicht an besondere Unsauberkeiten erinnere, nehme ich an, dass STOPPEL, ein älterer Hausmeister dort für Ordnung und Sauberkeit zuständig war und das auch redlich erledigte. Dieses alte und genügsame Hausmeisterehepaar wohnte im Erdgeschoss.

Studienrat Barth

Wir Schüler hatten nur diesen einen Studienrat Barth als Lehrer. Das war ein ruhiger, freundlicher und sachlicher alter Herr, der mir nie mit einer Art Naziideologie auffiel. Im täglichen Schulbetrieb verteilte er wohl Vitamin-C-Tabletten. Aus der Freizeitgestaltung seiner Schüler hatte er sich wohl heraus zu halten.
 

Und dafür hatten wir einen NAZI vom Jungvolk als „Mutter“ für alles, für die Erziehung und Ordnung. Bis auf das Pinkeln war alles organisiert. Aufstehen, Waschen, Morgenappell, Brote und Malzkaffee vom GASTHOF EINSIEDEL in der Hauptstraße abholen, Schulunterricht; mittags gemeinsamer Marsch ins Dorf zum Mittagessen im GASTHOF EINSIEDEL.
Ich erinnere mich noch gut an die Zeit, wo auf den Broten nur Kürbismarmelade in rot oder gelblich war. Butter, später Margarine, war zeitbedingt kaum sichtbar aufgetragen. Einmal war unser Mittagessen so spärlich und erbärmlich, dass wir alle wortlos den Gastsaal verließen.
Üblicherweise standen wir sonst nach dem eingenommenen Mittagessen von den Stühlen auf, rückten diese an die Tische zurück, standen stramm und riefen: "Es hat uns allen sehr gut geschmeckt, wir danken!" Nachmittags hatten wir auch eine Schularbeitszeit im Klassenzimmer mit Aufsicht.
Abends gingen, wie auch früh morgens, die Essenholer vom Dienst zum Gasthof und holten beschmierte Brote und warme Getränke nach oben zum Schulgebäude. Übrigens, morgens früh und abends spät wurde die Fahne vor angetretener Gruppe gehisst bzw. eingeholt!!
 

Foto: Studienrat Barth in Einsiedel. Er steht an der Stelle, wo heute das alte Feuerwehrgebäude ist, zum Zeitpunkt war dort der Pferdestall des Gasthofs Einsiedel.
Links im Hintergrund hinter der Trauerweide das Gebäude Hauptstraße 91/91a, rechts ist die Tanksäule von Hausnummer 93 zu sehen.

Fotos unten: Die Schüler des KLV-Lagers in Freibad Einsiedel, wohl Sommer 1944

Freizeit: Marschieren, Grölen. "Ein Lied, eins, zwei, drei, vier!" .... Geländespiele, Märsche durch das Dorf oder zur Talsperre, Wanderungen im Einsiedler Wald. Boxen. Das Schwimmen hatten wir alle im Einsiedler Freibad erlernt. Davon zeugt noch mein Freischwimmerausweis mit Unterschrift des Klassenlehrers Barth.

"Hitlerjungen sind hart, schweigsam und treu, Hitlerjungen sind Kameraden!" Boxen unter Anleitung des HJ-Führers sollte der Mannwerdung dienen. Mein Gegner war sehr oft der kleine stämmige Mitschüler Weis, der besser boxte. Oder lag es daran, dass ich auf Freunde und friedliche Menschen nicht einschlagen konnte?

Abends gemeinsames Radiohören und Diskussion über die Eroberungen an der Front. Auch als wir schon nachmittags aus Güterwagen am Bahnhof Einsiedel  Flüchtlingsgepäck abluden, die Habseligkeiten der Ostpreußen-Flüchtlinge in der Turnhalle nach Ortsnamen sortiert stapelten, da waren das alles noch Frontbegradigungen und heldenhafte deutsche Abwehrkämpfe. Der deutsche Soldat war eben tapfer, darauf sollten wir alle stolz sein.

Wenn die ANGLO-AMERIKANISCHEN TERRORBOMBER tagsüber am Himmel brummten, gelegentlich auch einmal ein deutsches Jagdflugzeug sich dem Pulk näherte, dann erkannten wir Bürschchen die Realität nicht. Der Feind war doch schon beinahe "im Reich". Gelegentlich sahen wir uns tagsüber gemeinsam die Bomberstaffeln  am Himmel an, wir hatten meines Wissens auch keinen Luftschutzkeller.

Was mich auch heute noch wundert ist, dass wir schwadronierenden Schüler bei unseren Heimfahrten aus dem Wochenendurlaub in Chemnitz nie von Fahrgästen in unserem Zugabteil korrigiert oder ermahnt wurden. Was hatten wir doch für tolle V1 und V2-Waffen. Der Krieg schien nach den uns eingebläuten Worten, spätestens durch diese und andere Wunderwaffen, gewonnen zu werden. Heute denke ich an die stillen erwachsenen Fahrgäste zurück, die vermutlich einander nicht mehr trauten. Die ahnten bereits das schreckliche Ende. Uns zur Rede gestellt haben sie nicht!

Was mir auch noch auffiel und damals auch etwas wehtat. Wir Lagerkinder lebten nur durch einen Zaun getrennt neben der Einsiedler Kirche. Nie haben wir dieses Gotteshaus betreten. Vermutlich war dieses aber von der HJ (Hitler-Jugend) so gewünscht! Ich kann mich aber auch nicht an Kinder oder Erwachsene im damaligen Einsiedel erinnern, die uns begrüßt, befragt oder irgendwie Interesse an uns gehabt haben. Wohl hatten wir Schüler einmal einige Mädchen auf dem Flur getroffen und angesprochen und uns verabredet. Der HJ-Führer erfuhr davon, fuhr uns mit dem Fahrrad nach und holte uns ins Schulhaus zurück. Wir waren 11 und 12 Jahre jung, die Mädchen ebenfalls. Unsere Gedanken waren noch kindlich, im Umgang mit "Frauen" waren wir gänzlich unbedarft. Übrigens, meine Gesprächspartnerin hieß Irmgard. Die Freundin unseres HJ-Führers hieß Miriam Uhlig.

Irgendwann war unsere Turnhalle in Einsiedel voller Koffer und Kisten. Wir hatten diese Habseligkeiten der Flüchtlinge nach Herkunftsorten aufgestapelt. Bevor die Menschen, die Eigentümer dieses Gepäcks, in unserem Schulgebäude im Februar 1945 eintrafen.

Das KLV-Lager wurde etwa im Februar 1945 aufgelöst, wir Schüler kamen wieder zurück nach Chemnitz und bezogen das Schulgebäude in der Reitbahnstraße. Wegen der Bombenangriffe fand ein geregelter Schulbetrieb kaum noch statt.


Foto: KLV-Schüler vor der Einsiedler Schulturnhalle.

Was meine Eltern und Pflegeeltern zu verhindern suchten, dass der jetzt 12jährige Jürgen Opfer des Bombenterrors wird, das traf beinahe am 5. März 1945 ein. „Mein Wohnhaus“ in der Horst-Wessel-Straße 16 wurde von einer Fliegerbombe getroffen und zerstört. Fern aller meiner Verwandtschaft zitterte ich jetzt unter den Trümmern im Keller, fand aber ins Leben wieder zurück. Einsiedel oder Chemnitz? Auch in Einsiedel wäre mir in dieser Nacht kaum zu helfen gewesen. Der Bombenkrieg war auch dort mit seinen Verheerungen angekommen.

Und nach dem Krieg? Meine Eltern und nachgeborenen Geschwister lebten glücklich und unversehrt, sie hatten ihr Obdach und ihren Besitz nicht verloren. Ich kehrte heim zu denen mit einem Rucksack voller Brandlöcher, einem Satz Unterwäsche, einem Schlafanzug und Essbesteck. Einziger Nachweis meiner Identität war der Freischwimmerausweis aus Einsiedel.

In Einsiedel erlebte ich trotz Trennung von meiner Familie eine nahezu friedliche Zeit.
Ich bin heute 74 Jahre alt
(2006, Anm. Seitenbetreuer) und dankbar, dass ich das alles damals überleben konnte. Einsiedel behalte ich immer wieder gern in guter Erinnerung.

Jürgen Bongardt         
Auf dem Heuplacken 17    
32105 Bad Salzuflen

Anmerkung Seitenbetreuer:
Der vorstehende Bericht und die darin enthaltenen Fotos wurden mir durch Herrn Jürgen Bongardt zur Verfügung gestellt.
Herr Bongardt würde sich sehr freuen, wenn Leser, die in irgendeiner Weise aus Erinnerungen oder Erzählungen den Bericht zur KLV in Einsiedel ergänzen können, mit ihm Kontakt aufnehmen würden!

 

 

Die drei nachfolgenden Schreiben stammen von Jürgen Bongardt und erzählen von seiner Odyssee der Nachforschungen zum KLV-Lager in Einsiedel. Die Unterschriften und Namensangaben der Unterzeichner bzw. Sachbearbeiter wurden aus datenschutzrechtlichen Gründen von mir entfernt, diese sind im Original selbstverständlich enthalten.


Und so bleibt eigentlich nur der Nachsatz: Warum kann oder will sich keiner an die Kinderlandverschickung in Einsiedel erinnern?...

 

 

...dies fragte ich Anfang 2007 und der Artikel “KLV Einsiedel” endete an dieser Stelle.
Zwischenzeitlich waren aber neue Fakten und Dokumente zum Thema aufgetaucht, die ich dem geschätzten Leser nicht vorenthalten wollte. Darum wurde der Artikel im März 2009 fortgesetzt.

 

 

 


Den ersten Hinweis aus Einsiedel über das hiesige KLV-Lager lieferte uns Ingobert Rost.
Nebenstehend ein Ausschnitt der “Brücke” vom Dezember 1941. Die kleine Zeitschrift “Brücke” wurde in Einsiedel hergestellt und war gedacht als Verbindungsglied zwischen den Einsiedler Soldaten an den Fronten und der Heimat.

 

Es finden sich aber auch einige parteiamtliche Schreiben, die Einsiedler KLV betreffend:

"Die Brücke" Dezember 1941

 

Unter dem 4. April 1942 (oben links) und dem 5. Juni 1943 finden wir Benachrichtigungen an den Einsiedler Bürgermeister, dass das Lager neu belegt wird.

 

Oben links: Schreiben zur Vergütung der KLV-Kosten durch den jeweiligen Bann der Hitler-Jugend vom 3. November 1943.
Oben rechts: Schlussrechnung der Gemeindeverwaltung Einsiedel für die KLV-Kosten. Zum Zeitpunkt der Rechnungserstellung (3. April 1945) war der Ort schon völlig zerstört. Dies begründet auch, warum die Abrechnung für Februar nicht schon im März erstellt wurde. Aber selbst die Kosten für Januar 1945 müssen angemahnt werden.

 

 

Propagandaplakat Verdunkelung

Ein weiteres leidliches Thema, nicht nur bei der KLV und nicht nur in Einsiedel: Verdunklung.

Nachfolgend nun drei Schreiben über mangelhafte Verdunklung im KLV-Lager der alten Schule.

Am 3. August 1944 erstattet der Gemeindegruppenführer des Reichsluftschutzbundes (RLB) Anzeige beim Bürgermeister.

Bürgermeister Walter Scholze sieht sich am 9. August veranlasst, die Sache an die Schutzpolizei weiter zu geben und ermahnt am 16. August auch noch einmal Studienrat Barth entsprechend.

Die Angelegenheit mag uns heute übertrieben erscheinen. Aber trotz Radar und Zielmarkierungsbomben (“Christbäume”) war eine konsequent durchgeführte Verdunklung zum damaligen Zeitpunkt -ganz anders als heute- keinesfalls obsolet!

 

 

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Harthauer Weg 5 - Die Einsiedler Schulen
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