Harthauer Weg 5
Die Einsiedler Schulen

...auf einer bekannten Lithografie
aus dem ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts.

Wir sehen oben links die sogenannte “König-Schule”, umgangssprachlich benannt nach einem Lehrer mit Namen König. Das Gebäude ist heute ein Mehrfamilienhaus und postalisch der Kirchgasse 5 zugeordnet. Für weitere Details siehe ebenda.
Oben rechts die “Kirchschule”, so genannt, da das 1829 fertig gestellte Gebäude in seiner Funktion als Schule von der Kirche betreut wurde.

Hier muss angemerkt werden, dass das Volksschulwesen seit Jahrhunderten der Kirche oblag. Auch dieses Gebäude hat sich bis heute erhalten...die meisten kennen es als “Kantorat”. Es befindet sich unterhalb der Kirche in der Kirchgasse 6.

Kommen wir aber nun zum eigentlichen Teil dieses Artikel und befassen uns sogleich mit der links unten abgebildeten “3. Schule” oder auch
“Alte Schule”.

Per Gesetz bestimmte das Königreich Sachsen im Jahre 1835, dass fortan das gesamte Schulwesen den jeweiligen Gemeinden oblag. Diese trugen dann die Verantwortung für alle damit im Zusammenhang stehen Angelegenheiten, die mit dem Bau der Schulen begannen und über deren Unterhaltung, der Überwachung der achtjährigen Schulpflicht bis zu Bezahlung der Lehrer reichten. Die Gemeinden bildeten dazu sogenannte Schulvorstände, denen lag dann die Aufsicht über diese Volksschulen ob.

Ende der 1860er Jahre zeichnete sich in Einsiedel ab, dass die oben erwähnte König-Schule an die Grenze ihrer Kapazität gelangte. So beriet man im Gemeinderat 1872 über den Neubau einer Schule. Es sollte ein großes Schulhaus mit acht Klassenzimmern werden.

1873 kaufte man dafür vom Pfarrlehn die Parzelle Nr. 142 für 400 Taler und die Parzelle Nr. 147 für 600 Taler.
Am 7. August 1873 war die Grundsteinlegung. Die Übernahme der Schule erfolgte am 16. Oktober 1874.
Hierbei gab es auch gleich Diskrepanzen mit dem Baumeister Robert Schober. Man fand das außerhalb liegende Abtrittsgebäude nicht in Ordnung, da von diesem eine starke Geruchsbelästigung ausging. Restzahlungen an Schober wurden erst mal auf Eis gelegt, da auch die geschätzten Gesamtkosten von 4.000 Talern beträchtlich überschritten worden waren.

Mit dem neuen Schulgebäude waren jetzt allerdings die Voraussetzungen geschaffen, um alle acht Klassenstufen in einzelnen Zimmern zu unterrichten. Postalisch fanden wir die Schule damals übrigens unter der Kirchgasse 10.
Links und auch auf dem Bild darüber sehen wir zwei Lithographien vom Schulgebäude neben der Kirche, beide etwa um 1900.

Zu dieser Zeit erreichte die Einsiedler Bevölkerung ein weiteres Wachstum, so das sich bereits abzeichnete, das die nunmehr 25 Jahre alte Schule bald nicht mehr für die Einsiedler Kinder ausreichen würde.
Der ursprüngliche Gedanke, das bestehende Gebäude durch einen Anbau zu erweitern, wurde beizeiten wieder fallen gelassen und ein Neubau geplant.

Ein Klassenraum nach 1900, man beachte die Gasbeleuchtung.
(Foto: Jürgen Krauß)

Am 14. Januar 1902 besichtigt der Schulvorstand das künftige Baugelände und stellt am 17. Februar d. J. einen Antrag auf Schulneubau bei der königlichen Bezirksschulinspektion zu Chemnitz.

Der Architekt Wenzel Bürger, welcher den Neubau geplant hatte, wird von der Bezirksschulinspektion zusammen mit dem Einsiedler Schulvorstand am 14. April 1902 zu einer mündlichen Erörterung eingeladen. Man behandelt hier das Bauplatzproblem, die Größe des Neubaus und die Winkelstellung von alter und neuer Schule.
Wenzel Bürger hatte sein Projekt bis ins Detail ausgearbeitet und am
28. Juni 1902 zur Genehmigung bei der königlichen Amtshauptmannschaft in Chemnitz eingereicht. Diese genehmigte den Bau einen Monat später, am 28. August. Am 12. Dezember 1902 erhielt der Einsiedler Schulvorstand einen Kredit von 130.000 Goldmark zur Finanzierung des Projektes. Letztendlich werden die Kosten geringer ausfallen und 118.085,96 Mark betragen.

Das nebenstehende Foto (um 1930) zeigt uns deutlich die spätere Winkelstellung der beiden Schulgebäude.
(Foto: Thomas Schwebe)

 

 

2. Oktober 1902
Die Grundsteinlegung wird mit einem Festakt begangen und bereits am 12. Dezember des gleichen Jahres kann das Bauheben gefeiert werden. Mit Beginn des Jahres 1903 erfolgt der Innenausbau. Alle Räume erhielten Parkettböden, die von einer Weimarer Spezialfirma verlegt wurden. Die eingebaute Niederdruckdampfheizung war zu damaliger Zeit der Höhepunkt der technischen Innovation in diesem Segment.

Am 24. September 1903 ist die Schule fertiggestellt und wird feierlich eingeweiht. Schulleiter, Lehrer und zu diesem Zeitpunkt 821 Kinder begehen dieses Ereignis mit einem Schulfest.
Dieses Gebäude mit seiner enormen Ausschmückung der Fassaden, mit dem Turm und der hohen Fensterfront zeigt uns deutlich die Leistungsfähigkeit der Gemeinde Einsiedel am Beginn des 20. Jahrhunderts.
Drei Jahre vorher war erst das ebenso prächtig gestaltete Rathaus eingeweiht worden.

Im Jahre 1912 hat die Schule um die 830 Kinder und bestand aus sieben Volksschulstufen mit zwei bis drei Parallelklassen. Einzelne Klassen wiesen Stärken von bis zu 30 Kindern auf.
Direktor ist Otto Robert Uhlig, ihm stehen neun fest angestellte und drei Hilfslehrer zur Seite. Weiterhin eine Handarbeitslehrerin und eine Kochschullehrerin. Letztere sehen wir hier auf dem Foto links im Jahre 1916 in der Schulküche im Kellergeschoss.
In Handarbeit und Kochen wurden nur die Mädchenklassen unterrichtet.
(Foto: Heinz Mütze)

1912 wurde auch die große und repräsentative Schulturnhalle fertig gestellt.
Siehe dazu den ergänzenden Artikel: Schulturnhalle Einsiedel

Zwei von unzähligen Klassenfotos, die im Laufe so vieler Jahrzehnte gemacht wurden. Beide stammen wohl aus den 1910er Jahren, die Anordnung, will sagen, die Gruppierung vom Lehrer in der Mitte, auf einem Stuhl thronend, umgeben von seiner Klasse, entsprach dem Zeitgeist. Es handelt sich um Studioaufnahmen bei einem professionellen Fotografen (Förster, Harthauer Weg 1?). Der verrutschte Teppich auf dem Foto rechts sollte da nicht vorkommen...
(Fotos: links Klaus Gagstädter, rechts Heinz Mütze)

Aus dem Jahre 1920 stammt die nebenstehende Postkarte, zu dieser Zeit war die Schülerzahl auf 550 gesunken. Sie stieg bis 1932 wieder auf 694 Kinder.

Vieles änderte sich mit der am 30. Januar 1933 an die Macht gelangten Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) und dem nunmehrigen Reichskanzler Adolf Hitler. Im gesamten Reich erfolgte ab sofort die Bildung im nationalsozialistischem Sinne, die Mädchen und Jungen organisierte man in Hitlerjugend und BDM. Freilich war der Lehrstoff in Schule und Jugendorganisation auf die Machthaber im Staate zugeschnitten. Oben links der Jahrgang 1926, die Klasse 4 im Jahre 1936, daneben die Jungmädelgruppe auf dem Schulhof, ebenfalls 1936.
(Fotos: links Ingobert Rost, rechts Gabriele Hähle)

Ein Klassenfoto, es datiert auf den 19. März 1934.
(Foto: Torsten Eisen)

Einige Klassenzimmer im Schulgebäude wurden einem bestimmten Thema zugeordnet und entsprechend ausgestaltet, es gab ein “Wehrmachtszimmer”, ein “HJ-Zimmer” und ein “Jungfliegerzimmer”.
Links ein Festwagen vor dem Schulgebäude, welcher mit Girlanden und allerlei Symbolik des Drittes Reiches geschmückt ist. Der Grund ist leider nicht erkennbar.
(Foto: Torsten Richter)

Der Standort der Schule oben auf dem Berg, vom Ortszentrum aus gut sichtbar, prädestinierte das Gebäude geradezu für Propagandazwecke.
Das Foto hier links zeigt uns die Schule mit Werbebannern zur Volksabstimmung für den Österreich-Anschluss am 10. April 1938.

 

 


Hintergrundwissen zum Anschluss Österreichs:

Der Anschluss des bis dahin selbständigen deutschen Bundesstaates Österreich an das Deutsche Reich erfolgte am 12. März 1938.
Was war dem voran gegangen?
Mit dem Ende des Ersten Weltkrieges brach der Vielvölkerstaat Österreich-Ungarn auseinander. Neben Ländern wie der Tschechoslowakei oder Ungarn entstand auch die neue Republik Österreich. Von 1918-19 nannte sich dieses Land „Deutsch-Österreich“, der Name wurde aber von den Siegermächten verboten. In Österreich lebte der Großteil der Deutschen des zerbrochenen Vielvölkerstaates und es war das Ziel der Mehrheit der österreichischer Politiker und Bevölkerung, ihr Österreich an das (nunmehr „demokratische“) Deutsche Reich anzuschließen. Neben logischen Folgen des Nationalismus sprachen wirtschaftliche Gesichtspunkte dafür. Dieses verhältnismäßig kleine „Restösterreich“ schien vielen als nicht lebensfähig, da wirtschaftlich bedeutende Regionen nach dem Zusammenbruch nicht mehr zum Staatsgebiet gehörten. Die Siegermächte verboten im Friedensvertrag von Versailles diesen Anschluss.
1931 wurde auch noch eine Zollunion zwischen beiden Staaten verboten.
Die Rahmenbedingung für einen Anschluss änderten sich grundlegend, als der vormalige Österreicher Adolf Hitler am 30. Januar 1933 Kanzler des Deutschen Reiches wurde. In Österreich selbst waren alle Parteien außer den Kommunisten für eine Wiedervereinigung mit Deutschland.
Am 12. März 1938 marschierten rund 65.000 Soldaten der Wehrmacht und Polizisten in Österreich ein. Vorangegangen waren Jahre mit politischen Intrigen und ein faschistischer Putschversuch in Wien, der allerdings scheiterte.
Der allergrößte Teil der Bevölkerung bejubelte die Truppen und die unblutige Auseinandersetzung, die letztendlich zum Ziel geführt hatte.
Am 15. März 1938 verkündete Adolf Hitler auf dem Heldenplatz in Wien unter dem Jubel zehntausender Menschen „den Eintritt meiner Heimat in das Deutsche Reich”.

Um den Schein der Legalität zu wahren, fand am 10. April 1938 im nunmehrigen „Großdeutschen Reich“ eine nachträgliche Volksabstimmung (siehe Stimmzettel rechts) über den Anschluss statt, für die bis in den letzten Winkel des Landes geworben würde (so auch eben oben an der Einsiedler Schule).
Im Ergebnis nach amtlichen Angaben hatte es eine Zustimmung von 99,73 % gegeben. Dies scheint aus heutiger Sicht übertrieben, allerdings kann mit mindestens 80%iger Zustimmung in der Bevölkerung gerechnet werden.

Nach dem Kriege wurde im österreichischen Staatsvertrag vom 15. Mai 1955 die staatliche Souveränität Österreichs wieder hergestellt. Im Artikel 4 dieses Vertrages befindet sich erneut ein „Anschlussverbot“. Das Land verpflichtete sich ebenso zu „immerwährender Neutralität“. In Folge dessen verließen die alliierten Besatzungsmächten USA, Sowjetunion, Frankreich und Großbritannien – anders als in Deutschland – das österreichischen Staatsgebiet bis 25. Oktober 1955.

Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges änderte sich vieles. Fünf Lehrer wurden zur Wehrmacht eingezogen und um diesem Mangel zu kompensieren, wurden Klassen zusammengelegt. Mangel an Kohlen bedingten im Winter 1940/41 eine Schließung der Schule bis in den April.
Indes...die Kultur kam trotzdem nicht zu kurz: Schulmusik im Jahre 1941.
(Foto: Jürgen Krauß)

Das Kellergeschoss im Schulgebäude diente später im Kriege als Luftschutzkeller. Viele Einsiedler machten sich auf den Weg dorthin, wenn im Radio die Musik abbracht und der Sprecher verkündete, dass Bomberverbände über Braunschweig und Hannover ins Reichsgebiet eingeflogen sind. Nun folgte ein monotones “tack - tack - tack...” aus dem Radio und jeder machte sich bereit, Unterschlupf vor dem Bombenterror zu suchen, auch wenn das Ziel dieser Verbände in diesem Augenblick noch nicht absehbar war.

Links auf dem Foto sehen wir eine Feuerwehrübung Ende der 1930er Jahre am altem Schulgebäude. Doch mit dem flächendeckenden Angriff am 5. März 1945 wurden derartige Löscheinsätze Makulatur. Wenn ein ganzer Ort brennt, zeigt sich die Machtlosigkeit der Feuerwehr deutlich, auch wenn deren Einsatzwille selbstverständlich unbestritten ist...
(Foto: Doris Großmann)

Mit Fortschreiten des Krieges und der ständig forcierten Zunahme der Bombardierungen des Reichsgebietes wurde das alte Schulgebäude ab 1941 Unterbringungs- und Unterrichtsraum für Schüler, die im Zuge der Kinderlandverschickung (KLV) nach Einsiedel kamen.

Über die Einsiedler KLV-Zeit liegen Daten und Dokumente und ein sehr interessanter Zeitzeugenbericht vor, bitte clicken Sie auf das Propagandaplakat.

 

Die Zeichnung rechts vom Dezember 1945 verdeutlicht uns eindringlich das Erbe dieses Krieges, das alte Schulgebäude völlig zerstört, das neue fast unbeschädigt. Hier waren durch die Druckwellen Türen und Fensterscheiben zu Bruch gegangen und ein Teil des Daches war zerstört... Geringfügigkeiten, wenn man sich die anderen Gebäude im Ort ansah.
Der Schulunterricht kam zum Ruhen und wurde erst am 1. Oktober 1945 unter katastrophalen Bedingungen wieder aufgenommen.
Den Einsiedler Heimatforscher Richard Möbius holte man aus dem Ruhestand zurück, er wurde neuer Direktor. Zwei Lehrer waren im Kriege gefallen, alle anderen fielen der nun einsetzenden Entnazifizierungswelle bis Ende 1945 zum Opfer und wurden entlassen. Ein weiterer älterer Lehrer wurde Möbius zur Seite gestellt, sukzessive kamen sogenannte Neulehrer (...ohne pädagogische Erfahrung) dazu.
Erneut fiel der Unterricht vom Dezember 1945 bis Februar 1946 aus, Kohlemangel und fehlende Fensterscheiben waren die Ursache. Dies sollte in den Folgejahren noch öfter vorkommen. Die Kinder holten sich ihre Aufgaben dann nach Hause, um sie dort zu erledigen.
(Zeichnung: Walter Viertel)

Der allgemeine Mangel an allem war bis 1948 deutlich zu spüren, dann entspannte sich die Situation geringfügig. Richard Möbius ging Anfang dieses Jahre endgültig in den Ruhestand. Sein Nachfolger wurde Heinz Hermann.

1949 erhielt die Einsiedler Schule der Namen “Carl von Ossietzky”.
Das Foto zeigt den Jahrgang 1940 als Klasse 5 etwa im Jahre 1950. Sämtliche Personen auf diesem Foto sind identifiziert.
Der abgebildete Lehrer, Wilfried Neubert, siedelte im August 1960 mit seiner ganzen Familie in die BRD über und lebte fortan in Iserlohn.

Carl von Ossietzky

Hintergrundwissen Carl von Ossietzky:
Carl von Ossietzky, geboren am 3. Oktober 1889 in Hamburg, gestorben am 4. Mai 1938 in Berlin. Ossietzky war ein deutscher Journalist und Schriftsteller. Er war von 1927-1933 Chefredakteur der „Weltbühne“, einer 1905 gegründeten Wochenzeitschrift. Über Ossietzkys Leistungen als Redakteur schieden sich zu seinen Lebzeiten die Geister. Auf Grund eines Artikels in der "Weltbühne" wurde er 1931 von einem Gericht der Weimarer Republik zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt. Er hatte auf die geheime Aufrüstung der Reichswehr aufmerksam gemacht.
Als überzeugter Pazifist und Demokrat wurde er von 1933 bis 1936 in verschiedenen Konzentrationslagern interniert. 1936 schwerkrank aus den KZ entlassen, wurde er sofort ins Staatskrankenhaus nach Berlin verlegt. Er starb 1938 an den Folgen einer Tuberkulose.
Ossietzky erhielt 1936 den Friedensnobelpreis (für das Jahr 1935), dessen Entgegennahme ihm von der nationalsozialistischen deutschen Regierung verwehrt wurde.

Links:
Schulanfangsfeier 1955.

Die Reste der Grundmauern der in Krieg zerstörten alten Schule, deren Trümmer aber längst abgetragen waren, sind hier noch gut erkennbar.
(Foto: Christine Franke)

Rechts das Schulgebäude ebenfalls im Jahre 1955.
(Foto: Hans Morgenstern)

Die 1950er Jahre waren geprägt von umfassenden Veränderungen in jedweder Hinsicht, diese betrafen keineswegs nur den Schulsektor in Einsiedel.

Bereits in den 1950er Jahren und dann 1965 durch das „Gesetz über das einheitliche sozialistische Bildungssystem“, wurde das Bildungssystem in der DDR grundlegend reformiert. Es entstand die allgemeinbildende “Polytechnische Oberschule” (POS), vorerst mit acht, ab Anfang der 1970er Jahre mit zehn Klassenstufen. 1960 bis 61 erfolgte auf dem Standort der ehemaligen Dritten (...der “alten”) Schule ein Schulerweiterungsbau, der 1962 vom Kreisschulrat an die Gemeinde übergeben wurde.
(Vorlage links: Thomas Schwebe)

 

 

Dieser Erweiterungsbau ist ausreichend dokumentiert.
Rechts die frühe Phase, die ersten Mauern sind im Entstehen.
(Foto: Torsten Richter)

 

 

 

Unten: Vom Kirchturm aus aufgenommen (...der zum Zeitpunkt auch eine neue Turmhaube bekam). Das zweite Stockwerk wird errichtet.
(Foto: Hans Morgenstern)

Unten rechts: Der Rohbau ist fast fertig. Hier auch noch einmal gut zu erkennen der unabhängig vom Schulneubau zeitgleiche Bau der Einsiedler Kirchgemeinde mit der Wiedererrichtung des Kirchturmes.
(Foto: Bernd Obermaier)

Das neue Schulgebäude hatte acht Unterrichtsräume und einige Vorbereitungszimmer. Im Zuge dieses Neubaus kehrten sich auch die Bezeichnungen der beiden Schulen um.
Der 1903 fertiggestellte Bau war nunmehr die Alte Schule geworden, der auf der Fläche der von den Bomben zerstörten alte Schule errichtete Schulneubau war jetzt die Neue Schule.

Links der Rohbau im Jahre 1961. Zum Zeitpunkt fehlt noch der Verbindungsbau zwischen den beiden Gebäuden.
(Foto: Jürgen Bongardt)

 

 

Dieser Verbindungsbau wird in späteren Jahren noch einmal aufgestockt werden und beherbergt fortan das Direktorenzimmer. An der Vorderfront dieser Aufstockung schuf 1970 der Einsiedler Künstler Michael Morgner die mythologische Figur des Prometheus in einem Bleiglasfenster (Bild oben). Die damaligen Kinder wählten aus mehreren Entwürfen das entsprechende Motiv aus.
Unten links noch einmal der Zwischenbau Ende der 1960er Jahre, daneben am 15. Juni 2008. (Foto unten links: Willi Fiebig)

 

 

Am 22. April 1976 wurde ein weiterer, neu errichteter Anbau an der Rückseite (Westseite) der beiden Schulen übergeben.
In dem Anbau befand sich im Kellergeschoss der Schulhort, im Erdgeschoss war ein Klassenraum (vor allem für die Fremdsprachen Russisch und Englisch) und im Obergeschoss die Hausmeisterwohnung und Toiletten. Das Foto links ist vom 5. Juni 2006.

2010 begann eine umfassende Sanierung dieses Anbaus, links unten eine Aufnahme vom 18. April 2010.

Unten der fertig sanierte Anbau am 29. Januar 2012. Recht deutlich sehen wir die Umrisse des Gebäudes vor der Sanierung, die sich an der Mauer der alten Schule abzeichnen. Die Verschmälerung des Übergangs zwischen den beiden Gebäuden wurde im Hinblick auf die historische Bausubstanz der alten Schule gewählt, die zwei nunmehr wieder freigelegten Fenster dort sollen bei einer geplanten Sanierung dieses Hauses wieder nutzbar werden.
Die ehemalige Hausmeisterwohnung wird durch die Geschichtsgruppe des “Haus- und Grundbesitzervereins Einsiedel” genutzt.

In diesem vorstehend beschriebenen Anbau gab es von 1976 an nun endlich moderne Toiletten innerhalb des Schulgebäudes und das über 100 Jahre alte Abtrittsgebäude wurde weggerissen. Unten links sehen wir diese alte Toilettenanlage auf einem Foto etwa um 1940, daneben die gleiche Stelle am 5. Juni 2006. (Foto unten links: Doris Großmann)

Mit dem Ende der DDR 1990 endete auch die Ära der POS, es gab ab sofort wieder in Einsiedel eine Grund- und eine Mittelschule, aber eben nur vorerst...
Die Dächer beider Schulen waren zu diesem Zeitpunkt in schlechtem Zustand, der Turm der alten Schule wegen Baufälligkeit gesperrt. Schlimmer noch war der nun einsetzende Hickhack um die Mittelschule. Vorerst mit Sitz in Dittersdorf (Außenstelle Einsiedel), später, 1994 im Zuge der Kreisreform als Außenstelle zu Burkhardtsdorf gehörend, kam Einsiedel 1997 zur Stadt Chemnitz und wurde Außenstelle der Mittelschule Harthau.
Mit dem Schuljahr 2001/02 lief auf Grund viel zu geringer Schülerzahlen die Mittelschulausbildung in Einsiedel aus.
Heute werden nur noch die Grundschüler der Klassenstufen 1 bis 4 in Einsiedel unterrichtet.

Und so schleppt sich die Einsiedler Schule von Jahr zu Jahr. Die Gefahr, komplett geschlossen zu werden, tauchte immer wieder auf neu auf und immer wieder gab es einen Ausweg. Mangelnde Kinderzahl, Direktiven aus dem Dresdner Kultusministerium und Entscheidungen des Chemnitzer Stadtrates (z.B. Gliederung der Schulbezirke) ließen all die Jahre keine Ruhe aufkommen.

2003 konnte das 100jährige Jubiläum begangen werden, 10 Jahre später nagt an der kleinen Gedenktafel an der Gebäudevorderfront schon der Zahn der Zeit.

Indes werden aber auch immer wieder kleine Arbeiten und Instandsetzungen durchgeführt. Hier nebenstehend die Erneuerung des Geländers, welches Neues und Modernes mit dem Alten (die Mittelsegmente) verknüpft.
Und für das Jahr 2014 ist eine umfassende Sanierung vieler Gebäudeteile angekündigt. Hoffen wir es!

 

 

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Nachfolgend wollen wir uns die Einsiedler Schulen noch mal in einer kleinen Sammlung von Aufnahmen betrachten, die sämtlich von der Einsiedler Neuen Straße aus aufgenommen wurden. Die Anzahl der Motive, alle unterschiedlich und doch recht ähnlich, ist ungezählt. Manche gingen zu früheren Zeiten als Postkarten ihren Weg in die weite Welt, andere sind ein über so viele Jahrzehnte beliebtes Fotomotiv, dass immer und immer wieder aufgenommen wird...

Ansichtspostkarte aus den 1910er Jahren. Etwas weiter südöstlich der Neuen  Straße aufgenommen, denn diese gab es zum Zeitpunkt noch gar nicht.
(Vorlage: Jürgen Krauß)

Oben eine Aufnahme aus dem Jahr 1936.

Rechts ein Foto von 1938, die Schulen mit
Werbebannern für den Österreichanschluss.

Diese Diaaufnahme ist auf Grund der am Turm angebrachten “50” recht gut auf das Jahr 1953 datierbar.
Das Fehlen des alten Schulgebäudes ist deutlich erkennbar, auch der Kirchturm trägt nur eine Notbedachung.
(Foto: Willi Fiebig)

Eine Ansichtspostkarte aus den 1950er Jahren.
(Vorlage: Jürgen Krauß)

Zwei weitere Aufnahmen aus den 1950er Jahren. (Fotos: links Willi Fiebig, rechts Haus & Grund Einsiedel)

 

Die 1960er Jahre - die neue Schule ist fertiggestellt.
(Foto: Willi Fiebig)

Zwei Fotopostkarten aus den 1970er Jahren. Vor allem das rechte Motiv ist bekannt, diese Karten liefen bis weit in die 1980er Jahre.
(Vorlage links: Gabriele Hähle)

23. Dezember 2003 - das alte Schulgebäude im 100sten Jahr.
(Foto: Karl-Heinz Hähle)

28. Mai 2006.

Es gibt noch unzählige andere Aufnahmen, selbst mir liegen hier noch viele weitere derartige Bilder vor - doch lassen wir es an dieser Stelle gut sein...

 

 

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