Harthauer Weg 2
Das ehemalige Pfarrgut

 

Ehemalige Ortslistennummer/Brandkatasternummer 56

 

 

Das alte Pfarrgut am Harthauer Weg 2 (früher Kirchgasse 2) auf einem Holzstich etwa um 1840.

Nach der “Anlegung” eines Feuers am 25. September 1740 war das seinerzeitige Pfarrgut restlos abgebrannt und wurde nicht wieder errichtet.
Dieses Ereignis schmerzt noch heute und auch in der Zukunft - die heimatgeschichtlich so wertvollen Kirchenbücher verbrannten sämtlich.
Der Standort dieses Pfarrgutes war in etwa der Platz, wo heute die Kirche steht. Siehe ergänzend dazu den Artikel ebenda.

 

Dienstsitz und Wohnung des Pfarrers wurden nun in das Bauerngut am heutigen Harthauer Weg 2 verlegt. Es war ein recht großes Gut, neben dem Wohnhaus gab es noch drei Wirtschaftsgebäude (Scheune und Stallungen). 1782 brannte es auch hier, die Schäden wurden aber im Folgejahr behoben. Der Pfarrer selbst bewirtschaftete das Gut bis 1855.
Oben links ein Blick in den Hof um 1900, oben rechts ein Foto aus den 1920er Jahren, vom Innenhof aus Richtung Wohnhaus gemacht. Die Harthauer Straße verläuft also rechts vorbei. Die Türeinfassung mit dem Schlussstein ist auch im Jahre 2014 heute vorhanden.
 

Oben: 1935 wurde das neue Pfarrhaus im Nachbargrundstück Harthauer Weg 4 (im Hintergrund gut erkennbar) fertiggestellt. Hier in der Nr. 2 befand sich dann die Ofensetzerei und Ofenhandlung Eizinger. Das Bild daneben zeigt uns eine weitere Ansicht von der Front des Hauses von der Oberförsterbrücke aus.
(Fotos: Ingobert Rost)

 

Rechts hat sich der Kirchenvorstand im Jahre 1936 noch einmal vor dem alten Pfarramt versammelt.
Auf dem Foto ist neben der Hausnummer auch die Ortslistennummer 56 über der Tür gut erkennbar.
(Foto: Jürgen Krauß)

Oben links: Das Wohnhaus des alten Pfarrgutes in den 1930er Jahren. Nicht nur das Wohnhaus, sondern das gesamte Gut ging im Bombenterror des 5. März 1945 weitgehend unter.
Auf der Grundmauern und den Resten der Erdgeschosswände des Wohngebäudes wieder errichtet steht heute an gleicher Stelle das “Franke-Haus” (rechts). Die gesamten oberen Etagen fehlen vollständig. Auch das ehemals stattliche Krüppelwalmdach wurde nicht wieder errichtet, sondern durch ein Satteldach ersetzt. So scheint es uns am 29. Juni 2005, dass sich das Gebäude förmlich in das eigentlich recht große Grundstück “duckt”.
(Foto links: Ingobert Rost)

Die linke Aufnahme zeigt uns auch die zum Wohnhaus gehörenden Nebengebäude. In der vorderen Scheune hatten viele Einsiedler während des 2. Weltkrieges Möbel eingelagert...und am 5. März alles verloren, als auch dieses Gebäude in Schutt und Asche fiel. Die rechte Aufnahme ist vom 23. Mai 2014. Auf beiden Bildern sehen wir im Vordergrund die “Friedenseiche 1871”.
(Foto links: Irmgard Wildfeuer)
 


Das Gebäude Harthauer Weg 2 Mitte der 1990er Jahre (links) und im Frühjahr 2003 (oben).
(Fotos: Andreas Wildfeuer)

53 Jahre nach dem Bombenangriff 
 vom 5. März 1945 sollte uns die 
 Vergangenheit hier noch 
einmal einholen... 
 

 

 

...so oder ähnlich lauteten am 20. Juni 1998 die Schlagzeilen der Boulevardpresse. Was war passiert?

Im Grundstück Harthauer Weg 2 fand der Sohn der Eigentümerin Irmgard Franke am Freitag, den 19. Juni 1998, bei Grabungsarbeiten für einen Kanalisationsschacht eine englische Fliegerbombe vom 5. März 1945. Gewicht 500 kg, Aufschlagzündung, 600 m Streuradius bei Detonation.

Am Nachmittag des 19. Juni 1998 gegen 15 Uhr rückte dann der Kampfmittelbeseitigungsdienst aus Dresden an. Man entschied sich für eine Entschärfung vor Ort, was zur Folge hatte, dass die gesamte Dorfmitte ab 18 Uhr evakuiert wurde. Viele zogen sich auf die Höhe Richtung Pappel zurück (Foto oben).
Neben dem Kampfmittelbeseitigungsdienst waren Polizei, Feuerwehr und Katastrophenschutz im Einsatz.

Links: 19. Juni 1998, zwischen 19 und 20 Uhr, die entschärfte Bombe hängt am Kran,...

 

...wird dann auf einem Rollbock abgelegt und im Fahrzeug des Kampfmittelbeseitigungsdienstes Sachsen verstaut (unten).

Nach 20 Uhr konnte Entwarnung gegeben werden, die Bombe war beseitigt und alle konnten wohlbehalten in Ihre Häuser zurückkehren.

 

 

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